Die Unterzeichnung eines Mietvertrags ist ein Moment, der, obwohl oft als Formalität behandelt, später unser Wohlbefinden, unsere Finanzen und unser Sicherheitsgefühl beeinträchtigen kann. Manchmal übersehen wir, getrieben von Emotionen oder dem Wunsch, schnell in unsere Traumwohnung einzuziehen, bestimmte Bestimmungen oder, schlimmer noch, lesen sie gar nicht erst.
Was sollte ein gut geschriebener Mietvertrag enthalten?
Ein Mietvertrag sollte klar, detailliert und frei von missverständlichen Formulierungen sein. Idealerweise enthält er:
- vollständige Angaben zu beiden Parteien: Mieter und Vermieter, einschließlich Kontaktdaten;
- die genaue Adresse der Immobilie und eine kurze Beschreibung der Immobilie;
- die Vertragslaufzeit – befristet oder unbefristet;
- die Höhe der Miete, Zahlungsweise und Zahlungsfrist;
- Informationen zu Nebenkosten (Nebenkosten, Müllabfuhr, Verwaltungsgebühren);
- Kündigungsbedingungen und Kündigungsfrist;
- die Höhe der Kaution, ihre Zahlungsweise und ihren Verwendungszweck.
Es empfiehlt sich, dem Mietvertrag ein Übergabeprotokoll beizufügen, das den technischen Zustand der Räumlichkeiten und der Einrichtung detailliert beschreibt. Dieser Nachtrag schützt beide Parteien, insbesondere bei Streitigkeiten über Schäden.
Müssen alle Klauseln des Mietvertrags gelesen werden?
Ja – ausnahmslos! Viele überfliegen das Kleingedruckte, weil sie meinen, sie wüssten „eh schon alles“. Doch genau hier können sich Regelungen verbergen, die sich später zu unserem Nachteil auswirken. Achten Sie unter anderem auf:
- die Höhe von Vertragsstrafen – insbesondere bei Zahlungsverzug;
- Reparatur- und Instandhaltungspflichten (darf der Vermieter diese auf den Mieter abwälzen?);
- Regelungen zur vorzeitigen Kündigung – ist diese ohne Angabe von Gründen möglich?;
- Untervermietungsbeschränkungen und das Bewohnen der Wohnung durch Dritte;
- Regelungen zur automatischen Vertragsverlängerung – um zu vermeiden, dass man unerwartet ein weiteres Jahr an die Wohnung gebunden ist.
Im Zweifelsfall ist Nachfragen besser als Nachsicht. Der Vermieter sollte sich nicht scheuen, die Regelung zu präzisieren oder zu ändern. Tritt jedoch Widerstand auf, ist das ein Warnsignal.
Was sollten Sie vor der Unterzeichnung eines Mietvertrags noch beachten?
Vergewissern Sie sich vor der Unterzeichnung, dass die Person, die sich als Eigentümer ausgibt, tatsächlich der Eigentümer ist. Am einfachsten lässt sich dies überprüfen, indem Sie einen Eigentumsnachweis oder einen Ausdruck aus dem Grundbuch anfordern. Darüber hinaus:
- Besichtigen Sie die Wohnung gründlich und machen Sie idealerweise Fotos.
- Erkundigen Sie sich nach allen zusätzlichen Gebühren – manche können leicht übersehen werden.
- Stellen Sie fest, wer für die Behebung von Problemen oder laufende Reparaturen zuständig ist.
- Erkundigen Sie sich, ob Sie einchecken können.
- Überprüfen Sie die Umgebung – Verkehr, Lärm, Nachbarschaft, Zugang zu öffentlichen Einrichtungen.
- Prüfen Sie, ob der Vertrag eine mögliche Mieterhöhung vorsieht – und unter welchen Bedingungen.
- Erkundigen Sie sich nach den Umständen, unter denen der Vermieter das Recht hat, den Vertrag vorzeitig zu kündigen.
Es geht nicht darum, jeden der bösen Absicht zu verdächtigen; es ist einfach besser, die Bedingungen im Voraus zu kennen, als später Hilfe zu suchen, wenn etwas schiefgeht.
Behandeln Sie einen Mietvertrag nicht einfach als bloßes Abhaken. Er ist ein Dokument, das praktisch Ihren Alltag regelt – von der Höhe der Miete bis zum Nutzungsrecht für die Räumlichkeiten, die Ihr Zuhause werden. Je gründlicher Sie ihn lesen und die Regeln verstehen, desto größer sind Ihre Chancen auf ein friedliches, sorgenfreies Leben. Denn wie heißt es so schön: Vorbeugen ist besser, als später im Leben durch Stress und Angst eine Lösung zu finden.
Alexander Vogel
